Golden Showers

1997

 

Eine live-Video/Performance
150 Min

1999
Hi 8 Video auf Computer Diskette geschnitten; 120 Min VHS Kopie (Rewind & Repeat)

2005
Digital-Schnitt des Hi-8-Material

Trailer 3 Minuten

 

Versicherungswert DVD: 200 Euro

 

 

Die Installation besteht aus der 2-stündigen bearbeiteten Video-Dokumentation (stumm) einer Video/Performance in welcher der nackte Körper der Künstlerin vom deutschen Restaurator Wolfgang Sassmanshausen mit Blattgold überzogen wird. Die ursprüngliche Aktion fand in einem vom Publikum getrennten Raum statt. Gleichzeitig wurde die Video/Performance via Kabeln auf Monitor übertragen.

Um diese Bildschirme herum sind 7 Vorhänge und 6 Farbplakaten aufgehängt. Jeder ‚Dusch'-Vorhang ist 100 x 400 cm groß, und besteht aus kleinen zusammengenähten Plastiktüten. Eine Tüte für jeden Tag, jeweils mit Etikett und Datum versehen, beinhalten sie die natürlich ausgefallenen Haare der Künstlerin; ein Vorhang repräsentiert ein ganzes Jahr. Die Plakate informieren die Zuschauer in Bild und Text über verschiedene mögliche Interpretationen von Golden Showers. Das Video kann auch ohne die Vorhänge und Plakate gezeigt werden.

"Ausgefallenes Haar" wird normalerweise vom Duschabfluss aufgefangen, um es dann wegzuwerfen, aber es gibt Beispiele aus der Geschichte, wo Haar alleine das einzige Überbleibsel eines Menschenlebens darstellt. Unter der Diktatur Hitlers sammelten die Nazis die geschorenen Haaren von Lagerinsassinnen als Matratzenfüllung. Goldzähne wurden aus den Mündern der Toten gezogen, und Eheringe von Leichen gestohlen, um sie einzuschmelzen und wiederzubearbeiten. Da man in der Video/Performance Golden Showers die auf den Körper des Künstlers tätowierte Nummer 4711 zu sehen bekommt, wird eine andere Sorte Dusche suggeriert, die Gas verströmt statt Wasser. Gleichzeitig wird 4711 auch als Marke für Kölnisch Wasser erkannt; die Hausnummer der Parfümerie Eau de Cologne wurde berühmt, nachdem man während der französischen Besatzung unter Napoleon in 1796 die fortlaufende Nummerierung von Häusern, eingeführt hatte.

50 Jahre sind ein "Goldenes Jubiläum". In den späten 90er Jahren wurde bekannt, dass die Schweizer Banken Nazi-Gold im Gegenwert von 6 mrd. Dollar erhalten hatten und es danach geheim aufbewahrten. Die Video/Performance Golden Showers erinnert an dieses Jubiläum.

<i>Golden Showers</i> Installation mit 4 Vorhänge, Stadtbibliothek Münster 1997,<br />Dokumentation Ralf Emmerich