Die Gehängten - Hung Up

1999

 

Audiokassette für Walkman mit Strick, Deutsch 28 Min, Englisch 26 Min, mit Texten aus Kölnisch Wasser 1993

Übersetzung aus dem Englischen: Die Gehängten, Tanya Ury und Jörg Pattberg 1999

Als Diavorlesung mit 37 Dias

Ein Extrakt aus Die Gehängten - Hung up erschien auf Deutsch und Englisch in Menschen wie Du und Ich, Katalog produziert von Ury zur Ausstellung, Kölnisches Stadtmuseum, Korridor Verlag ISBN 3-9804354-6-6 (D) 1999

Die deutsche Version Die Gehängten erschien in Patriarchat der Vernunft - Matriarchat des Gefühls? Geschlechterdifferenzen im Denken und Fühlen, Daedalus Verlag ISBN 3-89126-167-5 (D) 2001

 

 

Die Gehängten - Hung up, geschrieben sechs Jahre nach Tanya Urys Umzug nach Köln, erzählt Familiengeschichten und berichtet über zeitgenössische Begegnungen in der Stadt, aus der viele ihre jüdischen Familie stammen.

Diese zweisprachige Audiokassette entstand für die Ausstellung 'Menschen wie Du und Ich', unter kuratorischer Aufsicht der Künstlerin Tanya Ury, die parallel zu der umstrittenen Ausstellung 'Verbrechen der Wehrmacht 1941-44' im Kölnischen Stadtmuseum, April 1999 lief. Die gesprochene Erzählung beschreibt Urys persönliche und historische Verbindung zu Köln und Deutschland. Der Titel stammt von einem Gemälde aus der Kollektion des Museums: 'Die Gehängten' von Bert May 1945, das die öffentliche Hinrichtung elf polnischer und sowjetischer Gefangener zeigt, die zur Zwangsarbeit nach Deutschland deportiert wurden. Es ist für die Künstlerin nicht schwer sich mit den Protagonisten auf diesem Bild zu identifizieren - Mitglieder ihrer eigenen jüdischen Familie erlitten ein ähnliches Schicksal. Tanya Ury arbeitete ein Jahr, von 1997 bis 1998, im Kölnischen Stadtmuseum als Archivarin.

"Ich habe ab Juli 1997 für ein Jahr im Kölnischen Stadtmuseum gearbeitet und ging vielen verschiedenen Beschäftigungen nach: Ich musste alle Objekte in der Dauerausstellung betreuen, habe die Lichtstärke in der Umgebung der Objekte gemessen, sowie die Luftfeuchtigkeit und die Temperatur in den Vitrinen. In der Ausstellung sind Gegenstände aus Deutschland vom Mittelalter bis zur Gegenwart.

Außerdem habe ich in der Merlo Strasse in einem Museums-Depot, gearbeitet und eine große Kollektion Eisengussformen aus dem letzten Jahrhundert restauriert. Diese waren eingeölt, in Wachspapier gewickelt, nummeriert und auf Regalen in der richtigen Reihenfolge abgelegt. Es gab auch eine große Waffenkammer, eine Menge Rüstungsteile, Schwerter, und auch Gewehre aus diesem Jahrhundert. Ein Blick in diese Kammer war spannender, als in ein Geisterhaus zu schauen. Dieses Haus war eine Art Geisterhaus - es gab Gerüchte, dass es mal Gestapo Hauptquartier war.

Für mich gibt es aber überall Spuren, Hinweise von Verbrechen. Jeden November gehe ich zur Art Cologne in die Deutzer Messe, und denke auch an meine von dort deportierten Verwandten Grete und Ella Unger, zwei Schwestern meines Großvaters, die nie zurück gekommen sind."

Extrakt aus Die Gehängten

 

 

Information
Audiokassette Deutsch 28 Min, Englisch 26 Min
Ton Schnitt Marc Rensing