stacheldrahtmann

2013

 

Gewidmet David Ury

2 Photos Höhe 89,1 cm x Breite 126 cm (Edition 7)
(Edition 7: Höhe 65.5 cm x Breite 43 cm)
FineArt-Bond – Digitaler Pigmentdruck,
Kashierung 3mm Dibond Laminat

Versicherungswert von jeder Photographie 3000 Euro

 

Konzept, Kamera, Text und Zeichnung Tanya Ury
Digitale Bearbeitung Ingolf Pink

stacheldrahtmann ist eine Serie von zwei Photographien mit folgendem Inhalt:
- die photographierten Abbildungen von 2 Ölgemälden – die Porträts von Alfred und Nina Unger, den Großeltern der Künstlerin
- digital bearbeitete handgeschriebene Texte einer Kurzgeschichte von Tanya Ury, auf Deutsch sowie auf Englisch
- und 2 Tuschezeichnungen von einer Stacheldrahtmann-Figur, auch von Ury.

Die Arbeit befasst sich mit oraler und visueller Geschichte, die Kurzgeschichten handeln von Kunstgeschichte und Verlust, Kollage und Kollaps – Die Gemälde sind dementsprechend 1940 und 1945 datiert.

 

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Hintergrund zur Kunstarbeit:

Künstlerbiografien - Kurt Schwitters Seite 4 - 1940/41
Internierung in verschiedenen Lagern in Schottland und England: zehn Tage in Midlothian südlich von Edinburgh, zwei Wochen in Edinburgh, sechs Wochen in York, zirka vier Wochen in Bury bei Manchester (Lancashire) sowie schließlich ab dem 17. Juli im Hutchinson Camp in Douglas auf der Isle of Man in der Irischen See (bis zum 21. November 1941). Einrichtung eines Ateliers im Hutchinson Camp. Entstehung zahlreicher Porträts von Mitinternierten sowie regelmäßig Vorträge im Künstlercafé des Lagers (unter anderem Vortrag seines ersten englischen Gedichtes silence). Veröffentlichung von Geschichten (unter anderem The Story of the Flat and Round Painter) in der Lagerzeitschrift The Camp. Mitgliedschaft im FDKB (Freier Deutscher Künstlerbund) in Großbritannien, gegründet 1938 von Fred Uhlman.
http://www.schwitters-stiftung.de/bio-ks3.html

 

„(…) Erinnerungen an die Zeit in Hutchinson Camp, Insel Man, 1940-1941: Beschreibung der Lager und Einrichtungen; Unterkunft; Stromausfall; Schlafgelegenheiten (...) Methoden um an Künstlerbedarf zu kommen; Geschichte über das Zerstörung eines Klaviers; verschiedene Erinnerungen an prominente Internierte, darunter die Schriftsteller Richard Friedenthal, Alfred Unger und Heinrich Fraenkel, der Journalist Rudolf Olden, der Grafologe Erich Singer, verschiedene Industrielle und Ärzte. Rolle 6 weiter: Verschiedene Erinnerungen an Grafiker und Politiker im Lager; Politische Meinungen der Internierten; Diskussion über die Jüdische Frage; Auswirkung des Krieges auf die deutsche Industrie; sämtliche Erinnerungen an Künstler, Kunsthändler und Kunsthistoriker im Lager; weitere Kommentare über den Künstler Kurt Schwitters und Meinungen über seine Arbeit während und nach dem Krieg (…)“
Klaus Ernst Hinrichsen, deutsche Zivilist – Kunsthistoriker in Lübeck, Deutschland, emigrierte 1939 nach Großbritannien; 1940-1941 interniert im Hutchinson Camp, Insel Man. Imperial War Museum. Interview http://www.iwm.org.uk/collections/item/object/80003773 (Übersetzung Tanya Ury & Amin Farzanefar)

 

„1940 porträtierte Schwitters den Sekretär des deutschen Exil-PEN, Rudolf Olden (Werk Verzeichnis 2650), den Generalsekretär des Internationalen PEN-Clubs, Hermon Ould (Werk Verzeichnis 3077), sowie weitere PEN-Mitgleider, Alfred H. Unger (Werk Verzeichnis 2655) und Richard Friedenthal (Werk Verzeichnis 2677 und 2749).“
Fußnote 25: Brief Kurt Schwitters an Christof und Luise Spengemann, 17.7.1946, in „Kurt Schwitters. Wir spielen bis uns der Tod abholt.“ Briefe aus fünf Jahrzehnten, hg. Von Ernst Nündel, Frankfurt (Main)/Berlin/Wien 1974, S. 207. - Karin Orchard, „Kurt Schwitters – Catalogue raisonné 1937-1948“, Bildarchiv, Sprengel-Museum, Hannover (D)

 

Porträt Dr. Alfred H. Unger, Kurt Schwitters, datiert 1940, 68,2 x 68,2 (mit Rahmen), Öl auf Holz (Werk Verzeichnis 2655)

Porträt Ernina Unger, Kurt Schwitters, 1945 datiert, 62,5 x 75,5 (mit Rahmen), Öl auf Leinwand (Werk Verzeichnis 3183)