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Dual(national)ity Tanya Ury 2000 deutsche Version

Ende 1999 bin ich umgezogen. Ich lebte schon seit einiger Zeit in Köln. Nach dem Umzug hatte ich eine Menge Pappkartons übrig.

Mein Nachbar, der Künstler Bageritz, kam kurz vorbei, um sie abzuholen.

Ich wollte ihm die Kartons schenken, denn auch er und seine Freundin wollten umziehen.

Wir sassen zusammen, tranken Tee und plauderten eine Weile. Dann bemerkte er die Postkarten auf dem Tisch.

Ich sagte: "Es gibt eine Reihe solcher Gratis Postkarten, herausgegeben von der deutschen Bundesregierung, die für die Einbürgerungsrechte, gültig ab 2000, werben. Ich sammele sie.

Es interessiert mich, weil ich selber die deutsch-englische Doppelbürgerschaft habe.

Ich bekam sie ausnahmsweise noch bevor ich überhaupt in Deutschland lebte, weil meine Eltern deutsche Juden waren.

Das neue Gesetz ist nicht vielversprechend. Wenn die sogenannten 'Ausländer', die vielleicht schon mehrere Jahre hier in Deutschland leben, sich für die Einbürgerung entscheiden, müssen sie dafür ihre Rechte in ihrer ursprünglichen Heimat aufgeben."

Bageritz sagte: "Weisst du, die Frau auf der Postkarte ist eine Ex-Freundin von mir... wir waren für ein paar Jahre zusammen.

Sie ist auch Künstlerin. Sie heisst Soon-Sa, aber fast niemand konnte ihren Namen hier aussprechen.

Da entschied sie, sich umzubenennen. Sie nannte sich dann 'Chris'.
Da sagte ich: "Chris hört sich sehr christlich an."

Er antwortete: "Sie kommt aus Süd-Korea, wo es viele Buddhisten, Schamanen, aber auch viele Christen gibt. Chris ist eine Christin."

Dann erzählte er weiter: "Der Typ auf dem Photo ist nicht ihr echter Freund. Sie hat einen anderen.

Die Leute, die diese Postkarte machten, fanden ihren Freund zu 'ausländisch' aussehend. Er hat dunkle Haare... er sah nicht 'deutsch' genug aus, tatsächlich ist er aber ein Deutscher.

Ja... und der Typ auf dem Photo, der so ‚Typisch Deutsch' aussehen soll..., weisst du..., er ist nicht mal deutsch, sondern aus Italien."

 
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