Übersetzung aus dem Englischen Tanya Ury und Amin Farzanefar (nicht
veröffentlicht)
Als Vorlesung mit 37 Dias aus Tanya Urys Kindheit
Obwohl sie zum größten
Teil autobiographisch ist, wird diese Narrative in der dritten Person
erzählt; Tanya Ury adoptiert den Namen Hermè, (her &
me) damit gewinnt sie Distanz zu ihrer eigenen persönlichen Geschichte
und verleiht ihnen den Geschmack der Antike. Hermès Fabeln sind
ernsthaft, provozieren neue Gedanken, sind - aber manchmal auch - spielerisch.
In ihren Werken verwischt die Autorin die Grenze zwischen autobiografischer
und fiktiver Wirklichkeit. Im Zentrum steht dabei immer die Frage ihrer
eigenen Identität.
In ihren Werken verwischt die Autorin die Grenze
zwischen autobiografischer und fiktiver Wirklichkeit. Im Zentrum steht
dabei immer die Frage ihrer eigenen Identität. Im leichteren Sinne
belebt Tanya Ury den Golem Mythos wieder. Getta
Life - Nimm das Leben in die Hand, ist eine zeitgenössische
Parabel eines jüdischen Vampirs.
"Moische war ein komischer Vogel; es gab nicht
mehr viele von seine Sorte. Er trug immer schwarz und bevorzugte altmodische
Kleidung: einen Homburg-Hut und einen Frack mit langen spitzen Schössen,
den er von einem Altkleider-Stand auf dem Altermarkt am Rhein gekauft
hatte. Dieses Requisit schien seinen Körper nie zu verlassen, um
Platz für frische Wäsche zu machen. Zusammen mit seinem roten
Spitzbart und den langen schwarzen Haaren verliehen diese Kleider ihm
eher die Erscheinung eines großen Raben oder einer Fledermaus;
dabei war er bloß ein junger Mann mit einem durch das viele Fernsehgucken
und das Lesen im Bett ganz krumm gewordenen Hals. Und nun, um sich von
zuhause und von seiner ewig klagenden Mutter zu entfernen, begann Moische,
das Kino zu besuchen."
Extrakt aus Getta
Life - Nimm das Leben in die Hand
Tanya Ury