Getta Life - Nimm das Leben in die Hand  
 

2003
Kurzgeschichte Englisch/Deutsch (nicht veröffentlicht)
Juni-August

Übersetzung aus dem Englischen Tanya Ury und Amin Farzanefar (nicht veröffentlicht)

Als Vorlesung mit 37 Dias aus Tanya Urys Kindheit

 

Obwohl sie zum größten Teil autobiographisch ist, wird diese Narrative in der dritten Person erzählt; Tanya Ury adoptiert den Namen Hermè, (her & me) damit gewinnt sie Distanz zu ihrer eigenen persönlichen Geschichte und verleiht ihnen den Geschmack der Antike. Hermès Fabeln sind ernsthaft, provozieren neue Gedanken, sind - aber manchmal auch - spielerisch. In ihren Werken verwischt die Autorin die Grenze zwischen autobiografischer und fiktiver Wirklichkeit. Im Zentrum steht dabei immer die Frage ihrer eigenen Identität.

In ihren Werken verwischt die Autorin die Grenze zwischen autobiografischer und fiktiver Wirklichkeit. Im Zentrum steht dabei immer die Frage ihrer eigenen Identität. Im leichteren Sinne belebt Tanya Ury den Golem Mythos wieder. Getta Life - Nimm das Leben in die Hand, ist eine zeitgenössische Parabel eines jüdischen Vampirs.

"Moische war ein komischer Vogel; es gab nicht mehr viele von seine Sorte. Er trug immer schwarz und bevorzugte altmodische Kleidung: einen Homburg-Hut und einen Frack mit langen spitzen Schössen, den er von einem Altkleider-Stand auf dem Altermarkt am Rhein gekauft hatte. Dieses Requisit schien seinen Körper nie zu verlassen, um Platz für frische Wäsche zu machen. Zusammen mit seinem roten Spitzbart und den langen schwarzen Haaren verliehen diese Kleider ihm eher die Erscheinung eines großen Raben oder einer Fledermaus; dabei war er bloß ein junger Mann mit einem durch das viele Fernsehgucken und das Lesen im Bett ganz krumm gewordenen Hals. Und nun, um sich von zuhause und von seiner ewig klagenden Mutter zu entfernen, begann Moische, das Kino zu besuchen."

Extrakt aus Getta Life - Nimm das Leben in die Hand
Tanya Ury