Who’s Boss:
Hair Shirt - Härene Gewand mehr
 
 

Ein Kleidungs-Objekt, aus kleinen Plastiktüten zusammengenäht; jede Tüte ist mit einem Datumsetikett versehen und beinhaltet ausgefallene Haare der Künstlerin 1998-99. Es ist dem Ledermantel-Design der Luftwaffe nachempfunden und hat Ähnlichkeiten mit: Hugo Boss, Langer Ledermantel, Wintermode 1998-99.

Seit November 1992 sammelt Ury ihre natürlich ausgefallenen Haare in kleinen, mit einem Datumsetikett versehenen Plastiktüten. Anfangs wurden diese Tüten zu großen Plastikplanen zusammengenäht, die Duschvorhängen ähnelten - ein Vorhang jedes Jahr für die Installation Golden Showers 1993-99. Who's Boss: Hair Shirt ist aus Plastiktütchen mit Haaren aus Urys Kollektion angefertigt. Als Kleidungsstück ist es unwahrscheinlich und unpraktisch - etwas zwischen Duschvorhang und Matratzen-Füllstoff (unter Hitler sammelten die Nazis das geschorene Haar weiblicher KZ-Insassen, um damit Matratzen auszustopfen). Zugleich ist auch der Prototyp eines Luftwaffenmantels, das dem Hugo Boss-Ledermantel, Wintermode 1998-99, ähnelt - oder es ist wörtlich-wortspielerisch ein ‚hair shirt’, ein "härenes Gewand" - in der englischen wie auch in der deutschen Sprache ein Ausdruck der Wiedergutmachung und Buße.

Die Tatsache, dass der erste Erfolg eines renommierten Modehauses Hugo Boss, der Unterstützung einer faschistischen Kriegsmaschine verdankt, sowie der Ausbeutung von Zwangsarbeitern während der Kriegsjahre, wirft tief greifende Fragen auf, über die Beziehungen zwischen Mode und Militärmode, Mode und Politik.

Eine Hair Shirt Army (Armee-des-härenen-Gewands) wird aus den Plastiktütchen mit Haaren aus Urys Kollektion angefertigt.

Tanya Ury

 
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