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| Das Leiden anderer Missachten - Disregarding the Pain of Others | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| /www.wissens-quiz.de de.wikipedia.org/wiki/Tanya_Ury www.unrast-verlag.de |
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Immer mehr Zuspruch erfährt die Meinung, dass es in Deutschland Zeit zum Normalisieren sei, "dass man sich einfach als Deutscher in einem Beschuldigtenzustand fühlt und durch seine Repräsentanten daraus nicht erlöst wurde" (Friedenspreisträger 1998, Martin Walser). Ein leichtfertiger bis gefährlicher Umgang mit den Leiden der Naziopfer und ihrer Nachkommen erfolgt in der deutschen Kultur bisweilen in aller Öffentlichkeit und in keinesfalls indirekter Weise. Über diesen Verdrängungsmechanismus in Deutschland wurde schon in den 60er Jahren von den Mitscherlichs geschrieben. Die Ausbeutung von Zwangsarbeiter in der Rüstungsindustrie wurde von führenden Politikern in der Flick-Spendenaffäre der 80er auch übersehen. Auch heute empfindet man es nicht als Widerspruch, wenn der Flick-Enkel sich weigert, Entschädigung der Zwangsarbeiter zu zahlen und seine Kunstsammlung, die durch die Ausbeutung von Zwangsarbeitern der Nazi-Rüstungsindustrie finanziert wurde, aus der Industrie Vermächtnis erworben, in Berliner Museen ausgestellt wird. Obgleich jeden Tag, auf irgendwelchen deutschen TV-Sendern Berichte und Filme über die Nazi-Vergangenheit Deutschlands zu sehen sind, sollte man der Art der Vermittlung nicht unkritisch gegenüberstehen. Bei all seiner Orientierung an historischen Tatsachen und geschichtlichen Dokumentarfilmen, bezieht Autor und Produzent Bernd Eichinger in dem Unterhaltungs-Film Der Untergang, wo er über die Großen und Mächtigen berichtet, die Hitlers und Goebbels der Geschichte und wie sie zu Grunde gingen, eigentlich keine Stellung. Die Sorgen einfacher Deutscher, der Verlauf des Krieges und der Völkermord werden kaum vermittelt. Tanya Ury, Köln, November 2004 |
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| Artikel als PDF | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Filmri : ss Studien zum Untergang der Erinnerung ISBN: 3-89771-435-3 Ausstattung: br., ca. 148 Seiten Preis: ca. 14 Euro Erscheint mitte Juni 2005 |
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| Mensch
Hitler ein- und die Opfer ausgeblendet.
Die Bernd Eichinger-Produktion 'Der Untergang'
mit Bruno Ganz (Schweiz) als Hitler mit 4 Millionen Zuschauern nach
nur vier Wochen übertrifft alle deutschen Kinoerfolge der vergangenen
Jahre. Mit diesem Hitler-als-Mensch-Spektakel geht weniger ein neues
Interesse an der eigenen Geschichtsaufarbeitung einher, als vielmehr
eine selbstbewusstere Welle ihrer Entsorgung. Gleichwohl feiern Pädagogen
den Film als Lehrfilm, freuen sich Politiker nicht nur über das
neue Selbstbewusstsein und Künstler und Produzenten über die
vermeintliche Authentizität ihres Kunstwerkes, sondern auch darüber,
dass in Sachen deutscher Geschichte der deutsche Film Hollywood die
Nase zeige. Was aber der Film tatsächlich zeigt - und was er nicht
zeigt oder was darüber hinaus sich zeigen lässt und durchgehend
beschwiegen wird -, darüber versammelt dieser Band von überwiegend
Unrast-AutorInnen einen tief und breit gefächerten Ein- und Überblick. "...Das Leiden anderer nicht zu missachten,
wäre sinnvoll zu lernen. Tanya Ury sucht vergebens nach positiven
Ansätzen dafür in dem als Lehrfilm präsentierten Eichinger-Film.
Dagegen passt das Filmspektakel in die Kontinuität einer Verweigerungshaltung
gegenüber den Opfern, wie sie sich im aktuellen Flick-Skandal gegenüber
Zwangsarbeitern wiederum bestätigt..." Die AutorInnen Aus der Rubrik: Politik - Antifaschismus |
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