Jacob’s Ladder:
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Wittgenstein, der im Ersten Weltkrieg eine Tapferkeits-Medaille erhalten hatte, musste im Zweiten Welt-Krieg seine Familie freikaufen; die durch die Nürnberger Gesetze als jüdisch bezeichnet und diskriminiert wurde.

Die Meinungen der Philosophen Wittgenstein und Popper divergierten; wo Wittgenstein Rätsel zu entziffern suchte, strebte Popper nach der Lösung von Problemen. Für Popper war es mehr als nur die Entwirrung einer linguistischen Gleichung; er glaubte, dass Philosophie pragmatisch sein müsse, dass die moralische Pflicht eines Philosophen darin bestehe, der Realisierung demokratischer Systeme Beistand zu leisten. Popper glaubte, dass Wittgensteins Sprachtheorien in ihren Abstraktionen gefährlich seien, und aktuelle politische Entwicklungen nicht berücksichtigen. Der Krieg war erst gerade vorbei; England kämpfte immer noch mit der Rationierung. Es war kalt und die einzige Wärmequelle in H3, dem Zimmer wo der Disput stattfand, war ein kleiner, offener Kamin. Eine erbitterte Auseinandersetzung, die sich schnell in ein ernstes Wortduell entwickelte, geschah innerhalb weniger Minuten nach Eröffnung der Debatte. Wittgenstein, der seine Gedanken zu illustrieren versuchte, ergriff aus dem Feuer ein heißes Schüreisen (im englischen ‚Poker’ genannt) und schien Popper damit zu bedrohen. Während sie ihre Dominanz in den Sphären der Philosophie demonstrieren wollten, erinnerten Wittgenstein und Popper einander an die Nutzlosigkeit der Philosophie im Anblick Hitlers brutaler Macht. Aber war das der wirkliche Grund ihres Streits?

„In jüdischer Hinsicht, könnte man ihn (Wittgenstein) als einen in der Wildnis wandernden traditionellen Tsaddik, einen Heiligen, betrachten.“ (S.18: Wittgenstein's Poker, Edmonds and Eidinow, 2001 Faber and Faber UK – Zitat-Übersetzung Tanya Ury & Amin Farzanefar). Wittgenstein, der vermutlich latent homosexuell war, verkörperte alles, was in Hitlers nationalsozialistischen Gesellschaftsmodell verachtet war.

       
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