|
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Whos
Boss: Röslein Sprach... Presse mehr |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Artikel mit Photo Still
Röslein sprach
, Neben anderen Firmen war die Erfurter J.A. Topf & Söhne in herausragender Weise für den Bau der Krematorienöfen im Vernichtungslager Auschwitz sowie in den Konzentrationslagern Buchenwald, Dachau, Gusen und Mauthausen verantwortlich. Die Montage vor Ort wurde mit eigenem Personal betreut. Das Maß an Unterstützung der Vernichtungspolitik muß nicht ausgeführt werden. Es reicht der Satz: »Stets gern für Sie beschäftigt...« Topf & Söhne Sechs Künstlerinnen und Künstler haben sich für die Ausstellung mit den Spuren von Geschichte und dem Erinnern auseinandergesetzt. Mittelpunkt ist die multimediale Arbeit »Topf & Söhne - Made in Germany« der israelischen Künstlerin Yael Katz Ben Shalom: Auszüge von Videointerviews, geführt in der Fußgängerzone mit Erfurter Bürgern, sind mit Fotografien des ehemaligen Firmengeländes komponiert. Ergänzend sind Gespräche mit Antifaschisten dokumentiert, die 2001 kurzerhand das Gelände besetzten und eine aktive Auseinandersetzung mit der Geschichte des Ortes fordern. Mittlerweile hatte die Stadt Erfurt ein Einsehen. Sie will einen Teil des Verwaltungstraktes zu diesem Zweck erhalten. Shaloms Arbeit konfrontiert drei verschiedene Positionen. Der Verfall auf dem Gelände steht für das jahrelange, allgemeine Desinteresse. Entsprechend vage sind zumeist die Auskünfte der Passanten in der Innenstadt. Die Aktivistinnen repräsentieren die institutionell nicht autorisierte Recherche. Aktive Geschichtsaneignung hinterläßt allemal deutlichere Spuren im Bewußtsein als von »oben« gesetzte Zeichen, was Peter Langkafel an Hand eines Denkmals für die Verfolgten des Naziregimes auf dem Gelände des Virchow-Klinikums in Berlin-Wedding nachweist. Boss & SS Die britische, mittlerweile in Köln lebende Künstlerin Tanya Ury nahm sich der AG Hugo Boss an, vor allem bekannt für ihre vielbeworbene Herrenkollektion. Ury erinnert an die Frühgeschichte des Metzinger Unternehmers, der bald nach Eintritt in die NSDAP 1931 umfangreiche Aufträge zur Fertigung von SA-, SS- und HJ-Uniformen erhielt. Wie Elisabeth Timm in einer Studie herausfand, die von der Hugo Boss AG in Auftrag gegeben, aber seit ihrer Fertigstellung 1999 nicht veröffentlicht wurde, warb die Firma in einer Geschäftsanzeige sogar mit: »Lieferfirma für NSDAP-Uniformen seit 1924«. Ury hat eine entsprechende Korrektur an dem Boss-Logo vorgenommen und ein »BoSS«-T-Shirt produziert. Die schmerzhaften Prozesse des Erinnerns der Zwangsarbeiterinnen, die das Unternehmen vor allem in den 40er Jahren direkt in Polen aussuchte, macht die Künstlerin in einer Performance sinnlich fühlbar. Mit vielen Stichen näht sie das Boss-Logo auf ihre Hand. Dazu erklingt: »Sah ein Knab ein Röslein stehen«. In Foto-Triptychen stellt Ury Bilder ihres nur spärlich mit einem Naziluftwaffenledermantel bedeckten Körpers neben Boss-Werbemotive und kindlich wirkende Postkarten aus dem Spanien der Franco-Ära, die der erotischen und gesellschaftlichen Attraktivität von Soldaten Ausdruck verleihen sollen. In der Nacht zum 8. Februar wurde in die ifa-Galerie eingebrochen, zum Schaden vor allem der Arbeiten des Schweizer Künstlers Uriel Orlow. Seine Videos befassen sich in der Hauptsache mit der Wiener Library in London, dem weltweit ältesten und wohl umfassendsten Holocaust-Archiv. Eine seine anderen Projektionen zeigt ein altes gekacheltes Schwimmbad. Ein Mann taucht ein und schwimmt mit kräftigen Zügen durchs Becken. Die Kamera fängt die große kuppelartige Decke ein, die sich über dem Becken erhebt. Das in Polen befindliche Gebäude war als Synagoge erbaut und 1942 von den Nazis zum Schwimmbad umfunktioniert worden. * Noch bis 27. März, Di. bis So., 14-19 Uhr, ifa-Galerie, Linienstr. 139/140 |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| zurück | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||