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Berliner Zeitung 27.1.2005 Wer das härene Hemd trägt "Stets gern für Sie beschäftigt ." - diese Höflichkeitsfloskel setzte die Erfurter Firma J. A. Topf & Söhne unter ihre Korrespondenz. Ihr wichtigster Auftraggeber war seinerzeit die SS-Bauleitung, denen Topf & Söhne die Krematoriumsöfen für die Konzentrationslager lieferte. Mit der Assoziation, dass zahllose Firmen ebenso entgegenkommend waren, hat die Berliner Galerie des Instituts für Auslandsbeziehungen nun eine Ausstellung mit dem Titel "Stets gern für Sie beschäftigt ." konzipiert. International bekannte Künstler wie Yael Katz Ben Shalom, Uriel Orlow, Heidi Stern sowie Renata Stih & Frieder Schnock erinnern darin an die Opfer des Holocaust: Heidi Stern (kleine Abb.) setzt in ihren plastischen Werken und szenischen Installationen Material aus dem polnischen Film "Der Fotograf" um, der den Alltag im Ghetto von Lodz festhält. Und Tanya Ury beschäftigen (siehe großes Foto) die Verstrickungen der Firma Hugo Boss mit den Nationalsozialisten. Das Modeimperium wurde begründet durch den Einsatz von Zwangsarbeiterinnen, die SA-, SS- und HJ-Uniformen schneiderten. Ury schuf auch ein härenes Gewand als ironisches Zeichen für Wiedergutmachung und Buße: Erst im Jahr 2000 zahlte die Hugo Boss AG in den Fonds für die Entschädigung der Zwangsarbeiter ein - und zwar das absolute Minimum. (BLZ) Vernissage heute Do, 19 Uhr, ifa-Galerie (Linienstr. 139/140, --22 67 96 16). Bis 27. März Di-So von 14-19 Uhr zu sehen. Führung am 28. 1. um 17 Uhr. |
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